Der Begriff Hütesicherheit ist nicht genau definiert. Es müssen beim Zaunbau mehrere Umstände beachtet werden.
Die Umzäunung muss immer auf die Spezies abgestimmt werden, die sich innerhalb der eingezäunten Fläche aufhalten sollen. Sie muss der Größe der Tiere, dem Bewegungsdrang und der dabei erreichten Geschwindigkeiten und dem Sprungvermögen angepasst sein.
 
Auch im Galopp muss der Zaun von den Eseln gut gesehen werden.
Eine Umzäunung muss gut sichtbar sein, so dass ein Tier diese auch im schnellen Galopp, z. B. beim Herumtoben oder in Schrecksituationen gut erkennen kann und nicht hineinläuft, was schwere Verletzungen zur Folge haben könnte.
 
Die Höhe einer Umzäunung sollte mind. 2/3 der Widerristhöhe des größten Tieres auf der Weide haben, nach unten hin sollte bei der Begrenzung darauf geachtet werden, dass die kleinsten Tiere nicht darunter hindurch gelangen können.
 
Eine Umzäunung darf kein Verletzungsrisiko für die eingefriedeten Lebewesen darstellen, Knotengitterzäune oder Stacheldraht sind daher für Esel und Pferde nicht zulässig. Auch muss die Zaunanlage regelmäßig auf mögliche Gefahrenquellen hin überprüft werden. Optimal ist eine stabile, haltbare Konstruktion aus Holzpfosten mit Holzbalken oder eine robuste, verrottungsresistente Kunststoffvariante. Ebenfalls bewährt hat sich eine Kombination aus hochwertigen Holzpfosten mit einem starken, stromführenden Draht, der in Abständen von max. 20 cm zueinander angebracht ist. Es muss situationsbedingt individuell entschieden werden, welches Zaunsystem Anwendung findet.
 
Ein stabiles, abschließbares Weidetor muss sein.
Ein Zaun soll nicht nur verhindern, dass die eingefriedeten Tiere die vorgesehene Fläche verlassen, er soll sie auch vor den Zugriffen unbefugter Personen schützen. Daher reicht es meistens nicht aus, eine Fläche nur mit Strombändern zu umfrieden, welche leicht entfernt oder durchtrennt werden können. Aus dem selben Grund sollte das Tor zur Weide abschließbar sein. Es sind schon viele Tiere von ihrer Weide entwischt, weil übermütige Menschen sich ein "Späßchen" erlaubt haben und diesen die "Freiheit schenken" wollten. Solche Aktionen haben immer wieder zu Unfällen mit Schäden an Leib und Leben von Menschen und Tieren geführt.
 
Die Tiere auf einer umzäunten Weide sollen außerdem vor den Angriffen von Wildtieren geschützt sein. Durch den Zuzug von Wölfen aus den östlichen Regionen Europas ist besonderer Wert auf den Schutz vor ihnen zu legen. Ausreichender Wolfsschutz ist nur dann gegeben, wenn der Zaun hoch genug ist, um eine Überspringen zu verhindern. Zusätzlich muss die Zaunanlage mit stromführender Litze ergänzt werden um die intelligenten Raubtiere abzuhalten.
 
Als letzter aber nicht unwichtiger Aspekt kommt die Optik. Eine Zaunkonstruktion sollte sich immer in das Landschaftsbild einfügen und dieses eher optisch untermalen. Auf keinen Fall sollte der Anblick einer Landschaft in ihrem Bild zerstört werden.
Um die Hütesicht dauerhaft zu gewährleisten muss eine solche Anlage regelmäßig überprüft werden in Hinblick auf Funktionalität und Verletzungsrisiko. Schadhafte stellen oder Schwachstellen müssen erneuert oder repariert werden.
 

Warum ist das alles wichtig?

 
Der beste Zaun kann nicht vor allen Umständen des Lebens schützen, aber wer nachweisen kann, dass er seiner Sorgfaltspflicht in puncto Hütesicherheit immer nachgekommen ist, der hat es im Falle eines Schadens durch ausgebrochene Tiere, Angriffe von Wölfen oder Zugriffe von unbefugten Personen leichter, von der Versicherung einen Schadensersatz zu erhalten.
 
Auch im Falle von Schäden, die durch ausgebrochene Tier entstanden sind und daraus folgenden Klagen auf Schadenersatz oder Schmerzensgeld ist es notwendig, nachweisen zu können, dass man seiner Sorgfaltspflicht als Tierhalter stets gewissenhaft nachgekommen ist.