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Artgerechte Fütterung

Verschiedene Zweige sollten fester Bestandteil des Futterplans sein

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Die artgerechte Fütterung von Eseln – Wichtige Grundlagen

Domestizierte Esel haben ähnliche Ernährungsbedürfnisse wie ihre wild lebenden Verwandten. Ihr Verdauungssystem ist darauf ausgelegt, kontinuierlich kleine Mengen an Raufutter aufzunehmen. Wird ein Esel über längere Zeit nicht artgemäß gefüttert, kann dies zu Verdauungsstörungen und im schlimmsten Fall lebensbedrohlichen Gesundheitsproblemen führen. Eine artgerechte Fütterung ist daher entscheidend, um das Wohlbefinden und die Gesundheit des Esels langfristig zu sichern.

 

Die hier gegebenen Hinweise beziehen sich auf gesunde Esel mittleren Alters. Wie auch bei Menschen erfordern Krankheiten, hohes Alter, Trächtigkeit oder Wachstum eine besondere Beachtung.

 

Der natürliche Fressverhalten eines Esels

In der freien Natur sind Esel typische Dauerfresser. Sie verbringen 12 bis 16 Stunden am Tag mit der Nahrungssuche und legen dabei bis zu 20 Kilometer zurück. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus rohfaserreichen Pflanzen, die sie in kleinen Mengen über den Tag verteilt aufnehmen. Ein Esel benötigt daher keine großen Mahlzeiten, sondern einen kontinuierlichen Zugang zu Raufutter. Zwei oder drei große Mahlzeiten reichen nicht aus, um ihren natürlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, da die Mikroorganismen im Verdauungstrakt empfindlich auf längere Futterpausen reagieren. Ohne regelmäßige Nahrungsaufnahme – idealerweise alle zwei Stunden – kann die Verdauung nicht effizient arbeiten.

Mineralien und Salz müssen dauerhaft zur Verfügung stehen

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Handelsübliche Viereckraufe

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Was Esel wirklich brauchen

Um das natürliche Fressverhalten zu unterstützen, sollte ein Esel jederzeit Zugang zu Raufutter haben. Dies umfasst insbesondere Gehölze, Heu (spät geschnitten) und Stroh, die den Großteil der Ernährung ausmachen. Ein Esel benötigt täglich etwa 1 kg Heu und 1 kg Stroh pro 100 kg Körpergewicht. Diese Futterarten sind rohfaserreich und energiearm – genau das, was der Esel für eine gesunde Verdauung braucht.

 

Neben Raufutter benötigen Esel Mineralien und Salz sowie gegebenenfalls spezielles Mineralfutter. Dieses sollte individuell auf jedes Tier abgestimmt werden, basierend auf einer Analyse von Boden, Wasser, Raufutter sowie der Berücksichtigung von Alter und speziellen Bedürfnissen (z. B. Trächtigkeit). Ein Salzleckstein muss nicht zwingend aus dem Himalaya stammen – auch in Deutschland gibt es ausgezeichnete Salzvorkommen, die den Bedarf der Esel decken.

 

Vorsicht bei Energielieferanten

Alles, was in einer Wüste nicht natürlich vorkommt, ist auch für Esel ungeeignet: Möhren, Äpfel, Getreide oder Kraftfuttermischungen mögen zwar als gesunde Leckerbissen erscheinen, sind aber für Esel nicht geeignet. Diese Nahrungsmittel sind viel zu energiereich und führen auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen wie Übergewicht, Stoffwechselstörungen oder Verdauungsproblemen. Zucker- und stärkereiche Nahrungsmittel belasten das Verdauungssystem und machen die Tiere krank. Daher sollte man diese Futterarten komplett vom Speiseplan streichen und sich auf das artgerechte Heu und Stroh konzentrieren.

Transport eines Rundballen

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Fütterung mit Bedacht und Struktur

Aufgrund ihrer Herkunft aus Wüsten und Steppen sind Esel genetisch bedingt sehr gute Futterverwerter und neigen dazu, schnell an Gewicht zuzulegen, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Deshalb ist es wichtig, die Fütterung mit Bedacht zu gestalten. Eine Möglichkeit, das Fressen zu verlangsamen und die Tiere länger mit der Nahrungsaufnahme zu beschäftigen, sind sogenannte "Slowfeeder". Diese speziellen Futternetze oder -säcke verzögern den Fressvorgang, indem sie den Zugang zum Futter erschweren. Auf diese Weise müssen die Esel länger an dem Heu oder Stroh zupfen, was nicht nur ihre Verdauung fördert, sondern auch die Gefahr von Verdauungsstörungen wie der gefürchteten Schlundverstopfung verringert.

 

Es gibt verschiedene Varianten von Slowfeedern: Zum Beispiel Heunetze zum Anhängen an die Stallwand, Bälle mit Löchern für die bodennahe Fütterung oder freihängende Futtersäcke, die an Balken befestigt werden. Eine weitere praktische Lösung ist eine handelsübliche Heu- bzw. Strohraufe, die mit einem engmaschigen Netz abgedeckt wird. Diese Methode sorgt dafür, dass die Esel jederzeit Zugang zu Futter haben, aber nur kleine Mengen auf einmal aufnehmen können. Bei der Auswahl von Fressgittern oder Futternetzen ist es wichtig, auf eine geeignete Maschengröße zu achten. Diese sollte so gewählt werden, dass auch das kleinste Tier problemlos an das Futter gelangen kann, ohne sich mit einem Huf im Netz oder Gitter zu verfangen.

An der Raufe sollten alle Tiere Platz finden

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Weitere Vorteile der langsamen Fütterung

Die langsame Fütterung hat weitere Vorteile. Durch das langsamere Fressen wird das Heu besser eingespeichelt, was sich positiv auf die Verdauung auswirkt. Zudem wird das Futter so nicht auf dem Boden verteilt, wo es durch Sand und Kot verunreinigt werden könnte. Das trägt nicht nur zur Gesundheit der Tiere bei, sondern spart auch Futter, da weniger verschwendet wird.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass eine langsamere Nahrungsaufnahme den Eseln mehr Beschäftigung bietet. Da sie in der Natur ständig mit der Nahrungssuche beschäftigt sind, trägt eine strukturierte Fütterung dazu bei, Langeweile zu vermeiden und das Wohlbefinden der Tiere zu steigern.

Das Zupfen durchs Netz ähnelt dem natürlichen Fressverhalten

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Fütterung und Bewegung verbinden

Wer mehrere Esel hält, sollte mehrere Futterplätze einrichten, um ihren natürlichen Wandertrieb zu fördern und sicherzustellen, dass jedes Tier ausreichend Zugang zum Futter hat. So können die Esel selbstständig von einem Futterplatz zum nächsten ziehen, wodurch das Risiko verringert wird, dass ein dominantes Tier das Futter blockiert und schwächere Tiere ausgeschlossen werden.

 

Eine besonders geeignete Lösung sind sogenannte Weide- oder Paddock-Trails. Dabei handelt es sich um speziell angelegte, meist umzäunte Wege durch Weideflächen, die den Tieren verschiedene Umgebungen und Geländetypen bieten. Dies fördert ihre natürlichen Instinkte und unterstützt ihre körperliche Gesundheit. Zudem haben die Tiere die Möglichkeit, sich aus dem Weg zu gehen, was Konflikte minimiert.

 

Ein Weidetrail – hier für Pferde – bringt Bewegung und Abwechslung© Marsha Brouwer

Ein Weidetrail – hier für Pferde – bringt Bewegung und Abwechslung

© Marsha Brouwer

Ein Weidetrail – hier für Pferde – bringt Bewegung und Abwechslung

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